Willkommen
WOLF
Der Wolf streift seit einigen Jahren wieder durch das Saarland. Einzelne Tiere wandern aus benachbarten Regionen wie Rheinland-Pfalz, Luxemburg oder Frankreich ein und nutzen die ausgedehnten Wälder, vor allem die im Nordsaarland, als Lebensraum. Als scheuer Gesell meidet der Wolf in der Regel den Menschen und ernährt sich vor allem von Rehen, Rotwild, Wildschweinen und anderen Wildtieren. Dabei jagt er bevorzugt kranke oder geschwächte Tiere. Seine Rückkehr gilt als Erfolg des Naturschutzes, stellt aber auch Herausforderungen für Weidetierhalter dar. Durch Schutzmaßnahmen und Aufklärung soll ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf im Saarland ermöglicht werden.
Wer den Wolf schützt, schützt auch den Wald!
Der Wolf (Canis lupus) ist ein hoch spezialisierter Beutegreifer mit einer faszinierenden Biologie, die perfekt an ein Leben in sehr unterschiedlichen Lebensräumen angepasst ist – von Tundra und Wäldern bis hin zu Kulturlandschaften.
Wölfe sind ausdauernde Läufer. Ihr schlanker, muskulöser Körper, lange Beine und elastische Sehnen erlauben es ihnen, über viele Kilometer zu wandern.
Besonders ausgeprägt sind ihre Sinnesleistungen:
Geruchssinn: enorm fein – Gerüche können über mehrere Kilometer wahrgenommen werden.
Gehör: hohe Frequenzen, etwa das Fiepen von Mäusen, sind für Wölfe gut hörbar.
Sehsinn: angepasst an Dämmerung und Nacht (Bewegungen werden besonders gut erkannt).
Das dichte Fell besteht aus Unterwolle (Isolation) und Deckhaaren (Witterungsschutz) und variiert stark in Farbe – von fast weiß bis tiefschwarz.
Erkennen
- der Schnauzen-bereich ist beim erwachsenen Wolf hell
- dreieckige Ohren
- dunkler Sattelfleck auf dem Rücken
- Bauchfell hell
- im Winter auffällig hohe Mähne
- im Sommer hochbeinig und mager
Spuren
Die Hinterpfote wird genau an dieselbe Stelle abgesetzt, wie die Vorderpfote (Tritt-siegel "Tritt - in - Tritt").
Geschieht dies über eine längere Distanz, ist es ein Hinweis auf einen Wolf.
Rudel
Im Mittel pendelt sich ein Rudel bei 8 Wölfen ein.
Das Elternpaar besetzt ein Revier lebenslang. Es werden keine anderen Wölfe geduldet, außer ihrem eigenen Nachwuchs. Ausnahmen gibt es, kommen aber eher selten vor.
Sterblichkeit
Die Sterblichkeit ist in den ersten zwei Le-bensjahren sehr hoch. Bedingt durch Krank-heiten und Nahrungsmangel kann diese bei bis zu 50 Prozent liegen.
Verkehrsunfälle und illegale Tötungen tragen ebenfalls dazu bei.

Wir sind dafür!
Aus vielfältigen Gründen begrüßen wir die natürliche Wiederbesiedlung. Als heimische Schlüsselart erfüllt der Wolf eine wichtige ökologische Funktion: Er reguliert Wildbestände, fördert gesunde Tierpopulationen und trägt dazu bei, natürliche Gleichgewichte in unseren Ökosystemen wiederherzustellen.
Seine Anwesenheit stärkt die Biodiversität und unterstützt die natürliche Dynamik von Wäldern und Landschaften. Die Rückkehr des Wolfes ist daher kein Rückschritt, sondern ein konsequenter Schritt hin zu einem intakten, vielfältigen und widerstandsfähigen Naturraum, für dessen Schutz und Erhalt wir Verantwortung tragen.
Der Landesverband Saar-WaldSchutz e.V. würde es begrüßen wenn Wolf, aber auch Luchs zurückkehren, da diese beiden Arten das Ziel unterstützen würden, unsere sterbenden Forste in artenreiche Mischwälder zu entwickeln.
Die Rückkehr des Wolfes als wildlebende Art findet, dank seiner hohen Anpas-sungsfähigkeit und der weiten Wanderschaft der Jungwölfe, auf natürliche Art und Weise statt. Die Rückkehr der Wölfe stellt in einer dicht besiedelten Landschaft, wie dem Saarland, zwar eine Herausforderung dar. Maßnahmen zur Information der Öffentlichkeit, zur Akzeptanzsteigerung sowie zur Schadenprävention und -kompensation können jedoch als geeignete Instrumente gesehen werden, um die Rückkehr angemessen zu begleiten.
Verhaltensregeln, bei einer Wolfsbegegnung
• Halten Sie respektvollen Abstand zu dem Tier.
• Niemals weglaufen oder schnelle Bewegungen machen. Durch das Weglaufen wird der Jagdinstinkt im Wolf ausgelöst, wodurch er dem Flüchtigen nachjagt.
• Haushunde sollen in Wolfsgebieten immer an der Leine geführt werden. Frei herumlaufende Haushunde können als Beute oder Konkurrenz angesehen werden.
• Den Wolf niemals aus den Augen verlieren. Man soll seine Bewegungen beobachten, ihn dabei aber nicht direkt in die Augen sehen, weil dies als Provokation angesehen werden könnte.
• Den Wolf auf sich aufmerksam machen, sich dabei aber ruhig verhalten. Man soll dem Wolf zeigen, dass man ihn wahrgenommen hat, aber keine Angst hat. In den meisten Fällen zieht sich der Wolf danach zurück.
• Zieht sich der Wolf nicht zurück, sollte man sich langsam zurückbewegen und einen respektvollen Abstand herstellen. Dabei kann man den Wolf mit ruhiger Stimme ansprechen.
• Nähert er sich, so soll man weiterhin mit Armwedeln und Rufen auf sich aufmerksam machen, um dem Tier zu zeigen, dass man groß und stark ist, sowie keine Angst vor ihm hat. Sollte dies immer noch keine Wirkung zeigen, so kann man mit Zweigen, Steinen oder Sand (alles was man so findet) nach ihm werfen.
• Man soll sich niemals in Richtung des Wolfes bewegen, denn er könnte dies als Provokation wahrnehmen und angreifen.
• Man soll nicht versuchen Wölfe mit Futter anzulocken (z.B. um Fotos zu machen).








